Komplettansicht des Tetraeder Bottrop von der Halde Beckstraße aus. Foto: Niklas Brose

Hoch hinauf in Bottrop: Das Tetraeder

Ein Aussichtsspunkt im Ruhrgebiet, der es in sich hat. Das Tetraeder Bottrop existiert seit 1995 und zählt zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten im Ruhrgbiet. Wir nehmen Euch mit nach ganz oben und schauen über die Dächer des Ruhrgebiets.

Erstmal die Halde hinauf

Bevor Ihr die Höhen des Tetraeders erklimmen könnt, müsst Ihr erst einmal die Halde Beckstraße hinaufmarschieren. An dem Tag, als ich das erste mal den Berg hinauf gestapft bin, waren es rund 26 Grad und die Sonne knallte direkt auf den Kopf. Je nach Wetterlage kann der Fußmarsch also eine schweißtreibende Wanderung sein. Ein bisschen Wasser mitzunehmen schadet daher wohl nicht. Insgesamt legt Ihr von unten bis oben zum Plateau rund 90 Meter zurück. Die Halde selbst hat eine Höhe von 120 Meter über Normalnull. Rechnet man dann das Tetraeder mit seiner Gesamthöhe von 60 Metern noch obendrauf, liegt der höchste Punkt des so genannten Haldenereignis Emscherblick bei ganzen 180 Metern. Ganz so hoch kommt Ihr zwar nicht, dafür könnt Ihr aber noch von 38 Metern über dem Haldenplateu die Aussicht über das nördliche Ruhrgebiet genießen.

Die Entstehung des Tetraeders

Das Tetraeder Bottrop entstand im Rahmen des Strukturwandels im Ruhrgebiet und wurde während der Internationalen Bauausstellung Emscher Park entworfen. Hierzu wurden Rohre mit einer Gesamtlänge von eineinhalb Kilometern und ganze 210 Tonnen Stahl verarbeitet. Wenn Ihr Euch beim Aufstieg in das Tetraeder also Sorgen um die Stabilität macht, wisst Ihr nun, dass bei diesem Gesamtgewicht alles in Butter sein sollte. Außerdem ist das Tetraeder auf vier Stahlbetonsäulen befestigt, damit er des Nachts aussieht, als würde es schweben. Eröffnet wurde das gesamte Haldenereignis Emschmerblick am 3. Oktober 1995. Seitdem zählt er zu den bedeutenden Sehenswürdigkeiten im Ruhrgebiet und gehört auch zur Route der Industriekultur.

Die Aussicht vom Tetraeder

Bevor Ihr die verschiedenen Aussichtsplattformen des Tetraeders ausprobieren könnt, heißt erst einmal wieder: Beine in die Hand und Treppen aufsteigen! Bis zur ersten Aussichtsplattform müsst Ihr sogar nur 18 Höhenmeter überwinden und da die Treppen durch einige Löcher einigermaßen blickdicht sind, schafft Ihr es mit leichter Höhenanagst betimmt noch zur ersten Plattform. Oben angekommen, wird es dann schon etwas spannender. Ich habe zumindest Respekt vor der Höhe bekommen, da ich durch den Stahlboden durchschauen konnte. Hier könnte es also für Besucher mit Höhenangst tatsächlich bereits schwierig werden. Wer nicht höher will, kann aber auch von hier aus schon einen tollen Ausblick , zum Beispiel auf das Alpincenter Bottrop genießen. Ich habe mich dann aber doch die nächsten Stufen zur zweiten Aussichtsplattform hinaufgetraut. So allmählich wurden die Menschen unten auf dem Haldenplateau dann immer kleiner und zack, war ich in 32 Meter Höhe über dem Boden. Ich wollte aber noch höher, schließlich konnte ich ja noch sechs Meter gutmachen. Also einmal überwinden und die stählerne Wendeltreppe hinauf. Da die Treppenstufen hier oben deutlich transparenter angelegt sind, habe ich mir den Blick nach unten gespart. Ganz oben angekommen ist der Boden der höchsten Aussichtsplattform aber wenigstens blickdicht. Ganz im Gegenteil zur Aussicht. Die bietet einen freien, breiten Panoramablick auf das Ruhrgebiet. Von hier aus könnt Ihr im Westen unter anderem das Gasometer Oberhausen und den Rheinturm in Düsseldorf (Anm. ca. 40 km entfernt) sehen. Im Osten seht Ihr bei gutem Wetter unter anderem die Veltins-Arena und die Halde Hoheward. Im Süden habt Ihr die Möglichkeit, die Skyline von Essen zu sehen. Und dann wäre da natürlich noch der Blick auf die Umgebung mit Alpincenter und den Industrie- und Schachtanlagen Prosper.

Der Weg hinunter

Auch hier half mir wieder der Trick: Nicht zu viel nach unten sehen und Schritt für Schritt die Treppenstufen bezwingen. Da der Wind zu dem Zeitpunkt allerdings ziemlich kräftig war, wackelte das Tetraeder ziemlich ordentlich. Es fühlte sich beim Hinuntergehen sogar ähnlich an, als würde ich gerade durch den Gang eines Flugzeugs laufen, das durch eine turbulente Zone fliegt. Ich kam aber trotz des Windes sehr schnell voran und konnte am Ende wieder die Füße auf den ruhigen Haldenboden setzen.

Lage und Anreise zum Tetraeder Bottrop

Das Tetraeder Bottrop befindet sich im Stadtteil Boy auf der Halde Beckstraße, nur wenige Minuten Fahrzeit von der A2 oder der A42. Von der Beckstraße am Fuße der Halde erreicht Ihr das Tetraeder zur Fuß. Unterhalb der Halde findet Ihr Parkplätze. Alternativ könnt Ihr auch mit dem Bus (Linie 266) von der S-Bahn Haltestelle Bottrop Boy oder ZOB Berliner Platz erreichen.

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