Parque Madrid Rio. Foto: Niklas Brose

Das neue Madrid: Im Parque Madrid Rio

Was entstehen kann, wenn man inmitten einer Metropole eine kilometerlange Autobahn untertunnelt und stattdessen Fußwege anlegt und Bäume pflanzt, zeigt der Stadtpark Madrid Rio

Madrid Rio – Ein spanisches Milliardenprojekt

Als im Jahr 2006 die Bauarbeiten zum Parque Madrid Rio begannen, ahnte noch niemand, dass hier einer der beliebtesten Freizeitparks von Madrid entstehen würde. Schließlich qualmten hier nur so die Abgase, die von den unendlich vielen Autos auf der Autobahn M-30 ausgestoßen wurden. Kurzerhand beschloss die Stadt Madrid ein bisschen Geld in die Hand zu nehmen und die Autobahn einfach zu untertunneln. Auf der bis 2012 neu entstandenen Fläche wurden daraufhin rund 33.000 Bäume gepflanzt, 33 Brücken gebaut und zahlreiche Wege asphaltiert. Der ganze Spaß soll etwa vier Milliarden (!) Euro gekostet haben. Ein Projekt der Superlative. Fest steht: Es hat sich gelohnt.

Ein Freizeitparadies für Madrilenen und Madrileninnen

Wenn man heute in den Madrid Rio geht, so sieht man wie die Bewohner ihren neuen Stadtpark lieb gewonnen haben. Kinder spielen an den Wasserspielplätzen, Jugendliche sitzen am Ufer des Manzanares. Der Fluss, den man schon fast vergisst, wenn man vom Madrid Rio spricht. Dabei zieht er seine Bahnen nahezu durch die gesamte spanische Hauptstadt und prägt die einmalige Kulisse des Madrid Rio. Diese Kulisse erlebt Ihr übrigens einwandfrei von einer der vielen Brücken im Park. Die wohl spektakulärste Brücke ist die Pasarela de la Arganzuela. Sie befindet sich etwa in der Mitte des Parks und sieht durch ihre einzigartige Architektur aus wie eine Art Schraubengewinde. Mit einer Länge von 287 Metern verbindet sie die beiden Ufer des Rio Manzanares miteinander.

Ein besonderes Highlight des Parks sind zudem die kurvenreichen, asphaltierten Wege. Zwar rasen die Inline-Skater hier ganz gerne, aber wer will ihnen das verübeln. Schließlich bietet der Madrid Rio die einzige Möglichkeit in Madrid überhaupt mal richtig zu skaten oder in Ruhe zu radeln. Achtet beim Spaziergang oder Jogging also auf die wild gewordenen Skater und Radfahrer. Und seid ihnen nicht bös’!

Damit aber noch nicht genug: Im Madrid Rio befinden sich einige nette Cafés, die zum Verweilen einladen. Außerdem könnt ihr den vielen Grünflächen Fuß- oder Federball spielen oder Euch einfach sonnen. Und auch am Abend gibt der Park einiges her. So sind einerseits die Brücken eindrucksvoll beleuchtet, andererseits merkt Ihr auch im Madrid Rio, dass das spanische Leben erst am Abend so richtig losgeht. Daher wird auch im Madrid Rio das ein oder andere Feierabendbier verzehrt. Achtet abends nur darauf, dass Ihr möglichst wenig Wertsachen dabei habt. Bei einem meiner Besuche am Abend wollten zwei freche Jugendliche mich und einen Freund ausrauben. Zum Glück hatten wir nichts dabei und sind zu einem nahe liegenden Café gerannt. Übrigens: Das Fußballstadion Estadio Vicente Calderón befindet sich am aktuellen Westende des Madrid Rio. Es ist die Heimat des spanischen Fußballclubs Atlético Madrid und ist zu bestimmten Zeiten auch für die Öffentlichkeit zugänglich, da der Verein Stadiontouren anbietet.

Lage und Anreise

Der Parque Madrid Rio sollte als Reiseziel während Euer Städtetour nach Madrid auf keinen Fall fehlen. Er bietet mit einer einmaligen Atmosphäre Erholung und Erlebnis zugleich und ist mindestens genauso sehenswert wie der Retiro-Park (Parque del Retiro). Am schnellsten erreicht Ihr den Park mit der Metro. Hierzu fahrt Ihr mit der grünen Linie 5 bis zur Haltestelle Marqués de Vadillo oder Pirámides. Von hier aus sind es nur wenige Meter zu Fuß zum Madrid Rio. Weitere Infos auf der Website von  Turismo Madrid (mehrsprachig).

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