Brunnen im Retiro-Park, Madrid. Foto: Niklas Brose

Madrids Ruhepol: Der Retiro-Park

Wer denkt Madrid sei nur Königspalast und Estadio Santiago Bernabéu, der hat sich gewaltig geirrt. Neben dem neuen Madrid Rio verfügt Spaniens Hauptstadt mit dem Retiro-Park über einen historischen Stadtpark mit einer einmaligen Anziehungskraft.

Der Retiro-Park: Vom Palastareal zum Volkspark

Die Geschichte des Retiro-Parks ist maßgeblich geprägt von Spaniens Monarchie. Auf dem Areal des heutigen Retiro-Parks entstanden im 15. Jahrhundert unter König Philipp II. nämlich riesige Schlossanlagen. Hierbei entstand bereits der Estanque del Retiro, ein künstlicher See inmitten des Parks. Allerdings war ein Großteil des Gebiets nur für die königliche Familie zugänglich und das Volk musste draußen bleiben. Der König zog sich meist zur Fastenzeit oder wenn es besonders heiß war in die Anlagen zurück. Daher resultierte auch der ehemalige Name des Parks. Er lautete: Buen Retiro, was auf Deutsch soviel bedeutet wie Schöne Abgeschiedenheit (Ich bitte vielfach um Entschuldigung, wenn mein Spanisch hier nicht perfekt übersetzt ist). Und die Abgeschiedenheit im Retiro-Park wissen die Bewohner Madrids bis heute zu schätzen. So findet man sie am Wochenende gern als Familie versammelt im Park, Verliebte nutzen den Bootsverleih auf dem Estanque del Retiro. Eine Freizeitgestaltung, die vor mehreren hundert Jahren noch unvorstellbar schien. Wegen der napoleonischen Kriege Anfang des 19. Jarhunderts erlitten die Palastanlagen schwere Schäden. Die Ruinen wurden anschließend em Erdboden gleichgemacht, was vermutlich maßgeblich dazu beitrug, dass der Retiro-Park gegen Ende des 19. Jahrhunderts in den Besitz der Stadt überging und komplett für die Bevölkerung zugänglich war. Ein Grund für diese Entwicklung war unter anderem der Palacio Real, in den die königliche Familie Ende des 18. Jarhunderts nach und nach umgezogen war.

Was ist übrig geblieben?

Neben dem See Estanque del Retiro, auf dem Ihr Boote anmieten könnt, ist auch der historische Eingang Puerta Felipe IV. erhalten. Außerdem erwarten Euch bei einem Spaziergang durch den Park zahlreiche Brunnen und Statuen, die je nach Lichtverhältnissen tolle Fotopersktiven bieten. Falls Ihr auf der Suche nach Schatten seid, so werdet Ihr ebenfalls im Retiro-Park fündig. Im Jahr 1979 wurden im gesamten Park nämlich 17.500 Bäume angepflanzt. Dass diese bis heute nun etwas größer und voluminöser geworden sein dürften, erklärt sich von selbst. Ach und wo ich gerade bei Bäumen bin: Im Retiro-Park blüht seit 1633 einer der ältesten Bäume Madrids, eine mexikanische Sumpfzypresse. Vermutlich der beliebteste Schattenspender im gesamten Retiro-Park und ideal für Siesta. Und dann wäre da noch das Monument für König Alfons XII., das sich am Ostufer des Estanque del Retiro befindet. Es ist eines der jüngsten Bauten im Park, da es erst Anfang des 20. Jahrhunderts enststand. Mein Reisetipp also für den Retiro-Park: Lasst Euch am Wochenende durch den Park treiben und erlebt, wie die Madrilenen die einzigartige Siesta-Atmosphäre im Retiro-Park lieben und prägen.

Lage und Anreise

Der Retiro-Park befindet sich östlich der Innenstadt von Madrid. Er sollte bei jeder Städtereise nach Madrid auf dem Plan stehen, da allein das Leben im Park neben seinen Sehenswürdigkeiten ein fantastischces Reiseerlebnis darstellt. Mit der Metro-Linie 2 könnt Ihr direkt an der Haltestelle Retiro aussteigen. So erreicht Ihr am besten den Haupteingang direkt an der Puerta de Alcalá.

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