Das Horizontobservatorium auf der Halde Hoheward in Herten. Foto: NIklas Brose

Halde Hoheward – Eine Halde mit Extras

Ein Traum für Mountainbiker, Skater oder einfach zum Wandern – Die Halde Hoheward bei Herten. Doch nicht nur wegen des hohen Freizeitwertes ist sie die wohl kurioseste Halde im Ruhrgebiet. Es gibt noch ein paar weitere “Details”, die die Halde so besonders machen…

Dreimal Zeche macht Halde

Die Halde Hoheward entstand aus Aufschüttungen von drei verschiedenen Zechen: Der Zeche Ewald, der Zeche General Blumenthal und der Zeche Recklinghausen II. Sie wird außerdem durch die gegenüberliegende Halde Hoppenbruch ergänzt. Gemeinsam bilden die Halden damit den Landschaftspark Hoheward, der damit das größte Haldengebiet im gesamten Ruhrgebiet bildet. Aber die Halde Hoheward wäre nicht so besonders, wenn sie nur eine ganz normale Halde aus den Zeiten der Montanindustrie im Ruhrgebiet wäre…

Umwandlung zum Landschaftspark

Die ersten Pläne zur Transformation der Halde in einen einzigartigen Landschaftspark im Ruhrgebiet begannen bereits Anfang des neuen Jahrtausends. Im Jahr 2004 starteten dann schließlich die Bauarbeiten. Der Umbau hat vermutlich weniger für Ärger gesorgt als der eigentliche Bau der Halde in den 80ern. Damals befand sich auf dem Gebiet ein inoffizielles Wohngebiet, dessen Bewohner zunächst in eine neue Siedlung umziehen mussten. Außerdem befürchteten die Kritiker, dass die Halde maßgeblich die Luftströmung und so das Ökosystem beeinflussen würde. Was sich jedoch seit Schließung der Zechen auf der Halde getan hat, ist außergewöhnlich. Wie es sich für die modernen Halden im Ruhrgebiet gehört, verfügt auch die Halde Hoheward als Teil der Route der Industriekultur über besondere Sehenswürdigkeiten:

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten im Überblick:

  • Das Horizontobservatorium: Das Bauwerk befindet sich auf dem nördlichen Haldenplateau und am höchsten Punkt der Halde Hoheward. Von hier aus könnt Ihr in einer Höhe von rund 150 Metern über Normalnull die Aussicht über das Ruhrgebiet genießen. Das Horizontobservatorium wurde im Jahr 2008 erbaut und ist eine Art moderner Steinkreis. Die verschiedenen Stahlbögen stellen unter anderem Meridian und Äquator dar. Mithilfe der Bögen kann so auf historische Art und Weise die Tagundnachtgleiche oder Sommer- und Wintersonnenwende festgestellt werden. Leider wurden inzwischen Baumängel am Observatorium festgestellt, sodass die Stahlbögen zusätzlich gestützt werden müssen und das Bauwerk nicht zugänglich ist.
  • Die Sonnenuhr: “Papa, erklär’ mir unsere Planeten” – So könnte der Anreiz für einen Familienausflug am Wochenende lauten. Und die Sonnenuhr auf der Halde Hoheward eignet sich bestens dazu. Hierzu müssen wir aber erstmal “hinab” auf 140 Meter, genauer gesagt hinab auf das südliche Haldenplateau. Diese Fläche ist übrigens absolut eben, da die Pflastersteine durch ihre besondere Beschaffenheit jegliches Wasser sofort versickern lassen. Anhand des Obelisks, der auf die runde Fläche seinen Schatten wirft und die Linien aus schwarzem Pflaster könnt Ihr bei sonnigem Wetter hier die genaue Sonnenzeit ablesen. Vor Ort ist dieser Vorgang noch einmal genau beschrieben und ja, es funktioniert tatsächlich (-;
  • Die Drachenbrücke: Eine interessante Brücke, dessen Name beim Anblick selbsterklärend ist. Sie verbindet den Stadtteilpark Hochlarmark mit der Halde Hoheward und führt mit einer Länge von 165 Metern (Anm. ohne Drachenkopf) über die Cranger Straße. Erbaut wurde die Brücke ebenfalls im Jahr 2008. Aufgrund der 198 Tonnen Stahl, aus denen sich die Brücke zusammensetzt, haben sich für Baukosten in einer Höhe von  1,5 Milliionen Euro ergeben.

Radfahren, Spazieren und Aussicht genießen

Zahlreiche Wander- und Radwege machen das Haldenerlebnis auf der Halde Hoheward zu dem, was es ist. Ich habe bei meinen Besuchen inzwischen Autos, Fahrräder, Inline-Skates, Motorroller oder Skateboards erlebt, auf denen irgendwelche Besucher die Halde erkundet bzw. ausgenutzt haben. Manches davon sollte zwar vielleicht lieber unten bleiben, andererseits zeigt es die Vielfalt und die Popularität der Halde. Nicht zuletzt wären da noch die verschiedenen Aussichtspunkte auf der Halde Hoheward. Neben der Panoramaperspektive von den Haldenplateaus habt Ihr zum Beispiel auf dem Westteil der Halde die Möglichkeit eine Aussichtsplattform mit Blick auf die Zeche Ewald zu nutzen.

Top-Sehenswürdigkeit im Ruhrgebiet

Für mich ist die Halde Hoheward zu ein absolutes Muss bei den zahlreichen Sehenswürdigkeiten im Ruhrgebiet, da sie  auch ein treffendes Beispiel dafür ist, wie der Strukturwandel vollzogen werden kann. Zudem ist sie ein tolles Ausflugsziel auf dem man je nach Wetterlage Stunden verbringen kann. Im Moment würde ich daher sogar so weit gehen zu behaupten, dass es sich bei der Halde Hoheward um meine Lieblingshalde im Ruhrgebiet handelt. Ich kann Euch eine Tagestour nach Herten also nur ans Herz legen. Egal ob mit dem Auto oder mit dem Mountainbike (oder beides).

Lage und Anreise zur Halde Hoheward

DIe Halde Hoheward befindet sich zwischen den Städten Herten und Recklinghausen, in unmittelbarer Nähe zur Autobahn A2 und zum Kreuz Recklinghausen (A2/A43). Zur Anreise fahrt Ihr auf der A2 einfach an der Anschlusstelle Herten ab. Parken könnt Ihr direkt bei der Zeche Ewald, genauer gesagt an der Albert-Einstein-Allee in Herten. Die Drachenbrücke befindet sich auf der gegenüberliegenden Seite an der Cranger Straße. Weitere Infos auch auf der offiziellen Website des Landschaftsparks Hoheward.


Mit Flixbus anreisen
Günstig mit Flixbus nach Recklinghausen

Schreibe einen Kommentar